Mitarbeiter sollten BEM-Angebote ihres Arbeitgebers annehmen

Ist ein Mitarbeiter in zwölf Monaten länger als sechs Wochen arbeitsunfähig krank, ist der Arbeitgeber verpflichtet ihm ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) anzubieten. Der Mitarbeiter muss dieses Angebot jedoch nicht annehmen. Die IG Metall Berlin rät insoweit dem Betroffenen, an dem BEM mitzuwirken, da eine Verweigerung selten weiterhilft.

In dem BEM-Verfahren sollen die Ursachen von Arbeitsunfähigkeit am Arbeitsplatz gefunden und nach Möglichkeiten gesucht werden, diese Zeiten zu verringern und in Zukunft möglichen zu vermeiden. Dabei sind sowohl Umgestaltungen des Arbeitsplatzes, Änderungen der Arbeitszeiten oder auch eine Umsetzung auf einen anderen, der Gesundheit zuträglichen Arbeitsplatz zu diskutieren. Hier die individuell richtige Lösung des Problems für den Mitarbeiter zu finden, funktioniert nur, wenn der Mitarbeiter aktiv an dem BEM-Verfahren teilnimmt und dem BEM-Berater seine Situation offen schildert. Dabei muss er sich keine Sorgen machen, dass Maßnahmen gegen seinen Willen getroffen werden: solche sind ohne Wissen und Zustimmung des Mitarbeiters nicht möglich und es steht ihm sogar frei, jederzeit seine Zustimmung zum BEM zu widerrufen.

Mit der Durchführung des BEM-Verfahrens kann der Mitarbeiter wieder so in das Unternehmen integriert werden, dass er nicht mehr mit weiteren Krankheitszeiten rechnen muss. Neben dem besseren persönlichen Wohlbefinden führt dies bei der Arbeit u. a. zu mehr Zufriedenheit und Anerkennung durch die Kollegen und Vorgesetzten.